Deutsche Bahn will Handyticket einführen
Juli 22, 2010Die Deutsche Bahn will laut ihrem Chef Rüdiger Grube ab 2011 ein Handyticket einführen.
Dieses System soll ähnlich wie jenes der Lufthansa funktionieren: Der Kunde bucht sein Ticket im Internet und hat wahlweise die Möglichkeit sein Ticket auszudrucken oder sich aufs Mobiltelefon zusenden zu lassen. Man benötigt dafür lediglich ein neueres Handy mit Farbbildschirm – bei schwarz-weiß Bildschirmen funktioniert das System hingegen nicht. Der Grund dafür ist, das auf dem digitalen Ticket eine Signatur erscheint, die mit älteren Handys nicht mehr angezeigt werden kann. Am Flughafen angekommen, hält man das digitale Flugticket einfach an ein Lesegerät und kann so einfach und schnell einchecken.
Deutsche Bahn macht es Lufthansa nach
Das System der Bahn soll ähnlich funktionieren. Allerdings müsse man das Ticket für die Züge der Deutschen Bahn nicht im Internet am heimischen PC buchen, sondern könnte es einfach über das Handy ordern– entweder per SMS oder mit mobilem Internet. Danach bekommt man ein digitales Ticket zugesandt, welches der Schaffner mittels eines speziellen Lesegeräts auf seine Gültigkeit hin verifizieren kann. Für ältere Fahrgäste oder Fahrgäste, die über kein modernes Handy verfügen, bedeutet dies aber nicht, dass sie auf der Strecke zurück bleiben. Laut Bahnchef Grube bleiben die „altmodischen“ Tickets und personenbetreuten Reisecenter natürlich auch weiterhin erhalten. Die neue Variante des Ticketerwerbs sei anfangs lediglich als Testprojekt für technikbegeisterte Fahrgäste gedacht. Auch Fahrgäste, die über keinen Internetzugang über ihr Handy verfügen, also etwa Fahrgäste die Handys ohne Vertrag kaufen, müssten sich keine Sorgen machen trotzdem an ihre Tickets zu kommen.
Mehr Kompatibilität zwischen DB und öffentlichen Verkehrsmitteln
Eine weitere Besonderheit und Neuheit der DB-Tickets soll ihre Kompatibilität sein. So wird es beispielsweise ab 2011 möglich sein, nicht nur das Zugticket, sondern auch sämtliche für die Anschlussfahrten benötigten Tickets wie etwa für S-Bahn oder U-Bahn gleich mit zu erwerben. Außerdem erhalten die Fahrgäste, die ein elektronisches Ticket kaufen, zugleich wichtige Informationen wie Angaben zum Bahngleis oder Zuginformationen mit aufs Handy.
Kritische Stimmen von Seiten der Verbraucherschützer
Konsumentenschützer sehen in den neuartigen Ticketsystemen von Lufthansa oder der Bahn allerdings nicht nur Vorteile, sondern ihrer Meinung nach erspare sich der Kunde nicht wirklich viel Zeit und Arbeit mit dem elektronischen Ticket. Statt dessen würden diese Ticketsysteme den Konzernen allein dazu dienen, noch mehr Personal einzusparen und die Arbeit statt dessen auf den Kunden abzuwälzen. Der Bahnchef entgegnete den Bedenken der Verbraucherschützer, dass man keinesfalls daran denke, die Arbeit auf den Kunden abzuwälzen oder Personal einzusparen, so würden die 400 Reisecenter in Deutschland genauso erhalten bleiben wie die Mitarbeiter.
Auch der Lufthansakonzern reagiert ähnlich auf solche Bedenken. Auch wenn das elektronische Ticket immer mehr an Bedeutung gewinne, werde man trotzdem immer Abfertigungsschalter besetzt halten, etwa für den Fall, dass es Probleme mit der elektronischen Bordkarte gäbe. Mitarbeiter, die durch die neue Technik eingespart werden könnten, würden außerdem nicht gekündigt werden, sondern nur in anderen Bereichen eingesetzt werden. Fragt sich nur, wie lange noch…
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